Wie überraschend!
Sonntag, 3. Februar 2008
GameSpot (sowie die drei verbliebenen Leser dieser Website) hat das “Most Disappointing Game of the Year” gekürt, und irgendwie überrascht mich das Ergebnis nicht wirklich. Zur Wahl standen die folgenden fünf Spiele - okay, es sind wohl doch noch ein paar mehr als nur drei Leser:

Wohl nicht ganz ohne Grund - der Gerstmann-Skandal liegt ja noch nicht lange zurück - gewinnt Kane & Lynch in der “Gunst” der Leser. Vielleicht nicht ganz fair, aber nach der massiven Werbung für diesen “innovativen” Titel, der nun wirklich nicht besonders gut ist, vielleicht durchaus gerechtfertigt, denn mal ehrlich, wer hat denn “Lair” überhaupt erwartet, geschweige denn haben wollen? Blue Dragon wäre vielleicht ein guter Kandidat gewesen, aber konvertierte Japan-RPGs die nicht Final Fantasy oder Zelda heissen sind für die meisten Leute vermutlich eh uninteressant.
Naja, die Redaktion war sich jedoch völlig sicher und wählte zu meiner kompletten Überraschung:

Ich hab’ es nicht gespielt und werde es wohl auch nicht, aber wie kann ein EA-Sports-Titel mit Jahreszahl im Namen das “enttäuschendste Release des Jahres” werden? Als Profis im Geschäft sollte der GameSpot-Redaktion doch wohl bekannt sein, das da so oder so nicht viel Innovation zu erwarten ist… wie die bei PGA 08 “high hopes that were dashed to pieces” haben konnten, ist mir ehrlich gesagt schleierhaft (zumal der Vorgänger und dessen Vorgänger wohl auch nicht so toll waren). Wenn ich dann aber an Jeff Gerstmann denke…
Mathematik für Anfänger
Samstag, 2. Februar 2008

Gefunden im LOTRO-Patcher, der kurz vorher auch behauptete, 9 von 8 Dateien heruntergeladen zu haben.
Update: Oh, bei 230 Dateien war er nun der Meinung, 1% geladen zu haben…wollen wir mal hoffen, das sich der Prozentwert nicht auf die Downloadgröße bezieht.
EverQuest II - Die Übersetzung schlägt zurück
Donnerstag, 31. Januar 2008
Ich nehme alles zurück. Ich habe in der Vergangenheit viel über die schlechte deutsche WoW-Übersetzung gelästert, aber was EverQuest II dem Spieler zumutet ist bereits in jedem einzelnen Fehler übler als gefühlte zehn Patzer in World of Warcraft zusammengenommen.
Interessant ist jedoch, das das Niveau der Übersetzung nicht durchgehend schlecht ist. Viele Questdialoge sind über weite Strecken sehr gelungen, selbstironisch und damit amüsant, um dann den nächsten Hammer zu bringen. Im folgenden nur ein paar Beispiele - das geht so von Level 1 ab und ich hätte vermutlich eine volle Platte, hätte ich denn jeden Makel im Screenshot festgehalten.

Diese sicherlich nicht inkorrekte, aber alberne Übersetzung von (vermutlich) “a glyphed …” taucht auch in anderem Kontext öfters auf. Mir fällt ehrlich gesagt auch nix besseres ein, aber “bildzeichenbesetzt” klingt doch eher gezwungen.

Jup, Ebenholz durch Bergbau, das verwirrt Neueinsteiger doch gerne mal. Zu Recht. Gibt’s auch in folgender Variation - zwar richtig übersetzt, aber eben doch etwas merkwürdig:


Dieser nette Kerl hütet offenbar seinen Wolf und ist damit in der englischen Version “an icegill sitter“. Und hier? Klar, “to sit” bedeutet “sitzen”…

Ja, Redensarten sind nicht immer leicht zu übersetzen, das will ich gerne eingestehen - aber “thanks for watching my rear” mit “vielen Dank, dass Ihr auf mein Heck aufgepasst habt” einzudeutschen ist auch nicht das Gelbe vom Ei. “Danke, das Ihr mir den Arsch gerettet habt” wäre korrekter, aber sicherlich etwas derbe.

Das kommt davon, wenn man Übersetzungen ohne Kontext anfertigen muss. Der eine Übersetzer liest “vessel” als “Boot”, der nächste als “Gefäß”. Beides ist richtig und beides ist in diesem Zusammenhang Unsinn. Der dritte hatte dann übrigends die Erleuchtung und deutschte den Questtitel zu “Ro’s Medium” ein - im Kontext eines Gottes, der eine sterbliche Hülle sucht, sicherlich keine schlechte Wahl.

Nein, müssen wir nicht, denn es geht in dem gesamten Dialog um ein gefälschtes Buch. Ich gehe mal davon aus, das im Original von einer “convincing forgery” die Rede war; wie man davon allerdings ohne Alkoholeinfluss auf eine Schmiede kommt, ist mir unklar.

Ein Klassiker der Babelfish-Übersetzung. Natürlich wurde der Truhe (dem Truhe?!) keine Falle gestellt, sondern andersrum. Gibt’s auch mit “Blabla stellt der kleinen Truhe eine Falle.” wenn das Entschärfen schiefgeht.

Ich weiss leider auch nicht, was uns der Hexenmeister sagen will.

“Quetscherchen” sind übrigends “squishies”, also “Weichlinge”…

Sowas gibt’s in Everquest II leider häufiger, was um so lästiger ist, da der Spieler so natürlich im Unklaren gelassen wird, welcher Gegner nun eigentlich wirklich getötet werden muss. Das lässt sich dann nur durch ausprobieren lösen.


Siehe oben - die Mobs heissen leider absolut nicht so wie im Quest angegeben. Da viele Gegner Platzhalter haben, dachte ich eine geraume Zeit, das ich die richtigen Viecher eben noch nicht gefunden hatte, bis ich spaßeshalber mal einen verbundenen Jäger tötete und das Questupdate erfolgte…
Und zum guten Schluss noch eine Warnung:

Gern geschehen.
(Fast) Ohne Worte
Montag, 28. Januar 2008

Kein Photoshop, wer es selbst sehen will, sollte in der deutschen Version von Everquest II nach Lavasturm gehen.
Der Fachmann spricht
Montag, 7. Januar 2008
Kriminologe und Computerspielefan Christian Pfeiffer zum Thema Jugendgewalt:
“Ich denke, diese Koppelung von überzogenen Forderungen mit einer Hetzkampagne der Bild-Zeitung wird ihm nicht helfen, weil es da einfach zu sehr übertrieben wurde und die Einseitigkeit “Ausländer sind kriminell” und das ständig und über Tage wiederholt, das ging zu weit und das begreifen die Bürger.”
Mit ständig und über Tage wiederholten Verallgemeinerungen kennt sich der Mann ja aus, mit Computerspielen offenbar weniger. Das er mit seinem konstanten Geschrei nach Verboten eventuell zu weit geht, wird er wohl allerdings nicht selber begreifen - hoffentlich tun es die Bürger.
[via Bildblog]
Alles wie gehabt
Freitag, 21. Dezember 2007
Patch 0.7 für Hellgate: London ist draußen und verspricht neben anderen Dingen, das gruselige Memory Leaking zu beheben. Kann ich nicht bestätigen - alles wie gehabt, inklusive ziemlich exzessiver Ladezeiten.
Ok, eine Sache ist aber doch anders, seit ich HGL verlassen hatte. Der Chat, vormals still wie ein Grab, wird nun tatsächlich eifrig genutzt, wenngleich nicht unbedingt so, wie gewünscht…

Interessanterweise ist “das andere Spiel von Flagship”, Mythos, mittlerweile erstaunlich fortgeschritten und damit viel besser als Hellgate, kostet aber weniger, nämlich gar nix. Mythos wurde ebenfalls mit ein paar Patches versorgt und ist nun viel dichter an Diablo 2 als vorher, in Teilen sogar interessanter.
Post von mir
Donnerstag, 20. Dezember 2007
Liebe Familienministerin Ursula von der Leyen,
das Merkel™ hat gesagt, dass wir in einer “Kultur des Hinsehens” und so weiter leben sollen. Ich lege Ihnen daher gerne nahe, auch mal genau hinzusehen, damit Ihnen der fettgedruckte Satz in folgendem Absatz (Quelle) nicht verborgen bleibt:
Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.
In allen Spielelementen reine Erwachsenenprodukte. Der Titel darf nur an Erwachsene abgegeben werden. Bei Verstoß drohen Ordnungsstrafen bis 50.000 Euro. Der Inhalt ist geeignet, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen. Voraussetzung für die Kennzeichnung ist, dass §14JuSchG Abs.4 und §15 JuSchG Abs.2 und 3 (»Jugendgefährdung«) nicht erfüllt sind.
Wozu also eine Änderung des Gesetzes, wenn es ohnehin nur um Spiele ging, die keine Jugendfreigabe hatten, damit also auch jetzt schon nur an Volljährige abgegeben werden dürfen? Und, verehrte Frau von der Leyen, mal ganz unter uns: die tollen Sprüche auf Zigarettenschachteln waren doch bislang auch maximal nur unfreiwilliger Quell von Heiterkeit - glauben Sie im Ernst daran, das irgendjemand von equivalenten Hinweisen auf Spielepackungen abgeschreckt würde?
Warum frage ich eigentlich… ich sollte davon ausgehen, dass Sie genau davon wirklich ausgehen. Erschreckend, aber nicht unbedingt erstaunlich.
Herzlichst, Ihr Franz-Josef Wagner Richard Kämmerer
Same procedure as every… month?
Mittwoch, 19. Dezember 2007
Falls sich wieder mal jemand beschweren möchte - ich versende keinen Spam. Ehrlich nicht. Diesmal traf es die Domain netgod.de als Absender, ich kann’s nicht helfen. Vielen Dank für euer Verständnis!
Just in case someone wants to complain about spam from netgod.de - it’s not sent by me, as you may have guessed. Thanks for understanding!
Wii wait
Freitag, 14. Dezember 2007
Keine Ahnung wieso - die unglaubliche Vielfalt an interessanten Titeln kann es kaum sein - aber Nintendos umgebauter Gamecube mit den drei Buchstaben verkauft sich immer noch wie verrückt. Der Durchsatz ist so gewaltig, das Nintendo bereits Umsätze in dreistelligen Millionenhöhen einbüßt, weil nicht genug Geräte verfügbar sind.
Ich möchte nicht derjenige sein, der die enttäuschten Kids trösten muss, wenn sie rausfinden, das es ausser drei oder vier Exklusivtiteln (die mich persönlich allerdings auch nicht die Bohne interessieren) nix brauchbares auf der Kiste gibt, aber vielleicht bin ich da zu pessimistisch - wäre es ‘ne PS3, müsste man die Kids und ihre geschröpften Eltern vermutlich anstatt vor etwas Tränen vor dem kollektiven Suizid bewaren.
Der Nintendo DS wird auch noch (haha) verkauft - über eine Mio. Exemplare im Monat November. Das ist doch krank, aber ich kann’s nachvollziehen - er ist ein Mobilgerät und im Gegensatz zum Wii gibt es da sogar halbwegs brauchbare Titel.
EDIT: Nintendo sagt dazu ja auch noch was…
On any system you will have a range of quality. Publishers are working extremely hard to take advantage of the Wii and it’s unique abilities. Those publishers who do a great job enjoy fantastic sales. As publishers understand how to take advantage of the unique aspects of the remote you will see better and better games. We already have a certification program and publishers need to conform with a number of key aspects to get certified. What we don’t do is have some sort of filter for quality, because quality is so subjective.
Klar ist Qualität subjektiv, aber wenn ich die aktuelle Vororderliste für Wii-Games ansehe und da quasi nur B- und C-Titel vorfinde (und dagegen dasselbe für die XBox360 und auch für PS3 nur so von AAA-/AA-Releases strotzt), wird das nicht unbedingt daran liegen, dass die Konsole so toll ist, sondern vermutlich eher daran, das es Nintendo es ganz recht ist, das Billigspiele auf den Markt geschmissen werden; hauptsache, die Wii-Regale sehen nicht mehr so verdammt leer aus…
Und mal ehrlich, Nintendo: eure tolle Bewegungssteuerung ist in der Praxis schnell nur noch nervtötend und kompletter Ballast. Die einzigen Titel, die das Ding richtig nutzen sind die von Nintendo selbst. Da die Entwickler neuer Multiplattformtitel sich stets gezwungen sehen, die Remote-Krücke auf Biegen und Brechen zu supporten, egal wie sinnlos die Bewegungssteuerung wäre, wird sich das wohl auch kaum ändern.
Arkadian Warriors
Mittwoch, 12. Dezember 2007
Ein Hack’n'Slay mit zufallsgenerierten Levels und Online-Multiplayer für die XBox360-Arcade? Von Wanako Studios, die schon für das ziemlich gute Assault Heroes verantwortlich zeichneten? Her damit!
Aber wie sich der geneigte Leser angesichts dieser Einleitung sicherlich schon denken kann: der schöne Schein, den die extrem kurze Demoversion verbreitete, trog. Was zunächst wie eine eine formatbedingt minimalistische, aber halbwegs kompetente Diablo-Kopie aussah, versank kurze Zeit später in einem Wust aus schlechtem Game Design, fehlender Innovation und extremer Linearität.

Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG.