Mass Effect

Es ist manchmal schon komisch: heute morgen noch dachte ich “hmm, was ist eigentlich aus dem Mass Effect-DLC geworden?”, und keine Stunde später erschien im Feedreader die offizielle Nachricht, das er verfügbar sei. 400 MS-Punkte (etwa 5 Euro) kostet das ca. 250 MB große Paket, das in Deutschland sowohl in Deutsch als auch Englisch verfügbar ist, jedoch pro Sprache separat erworben werden muss. Ich habe das deutsche Addon getestet.

Zunächst eine Entwarnung: als das Erweiterungspack damals angekündigt wurde, hiess es noch, das man alte Spielstände nicht benutzen könne, sondern von vorne anzufangen habe, was bedeutet hätte, dass der Spieler die gesamte Spielzeit, bis er das Kommando über die Normandy erhält, erneut durchlaufen müsste. Glücklicherweise ist das nicht der Fall, ich war in der Lage, direkt von einem alten Savegame zu starten.

Der Inhalt besteht aus einer neuen Haupt- und mehreren Untermissionen, die auf dem Asteroiden X-57 stattfinden. Batarianische Terroristen haben den Antrieb des Himmelskörpers gezündet, offenbar um ihn auf eine menschliche Kolonie, Terra Nova, stürzen zu lassen. Commander Shepard’s Aufgabe ist nun natürlich, dieses zu verhindern und auch, eventuelle Geiseln auf dem Asteroiden, der eine Forschungseinrichtung beherbergte, zu retten.

Die Spielzeit wird von Bioware selbst mit rund 90 Minuten angegeben, was ich bestätigen kann. Der Schwierigkeitsgrad ist auch nicht gerade besonders hoch, insbesondere, weil man ja von einem alten Spielstand starten darf und damit natürlich entsprechend gut ausgerüstet sein kann. Die Story ist brauchbar geschrieben und wie gehabt mit exzellenter Sprachausgabe synchronisiert; interessante (oder auch nur irgendwelche) Wendungen in der Handlung fehlen jedoch. Der Asteroid enthält zwar einige entdeckbare Wracks, Labore und ähnliches, die aber kaum interessantes zu bieten haben.

Die neuen Batarianer, ihres Zeichens vieräugige, jedoch ansonsten menschenähnliche Aliens, kommen nur in wenigen kurzen Szenen überhaupt zur Geltung und wirken gerade am Ende offenbar durch leichte Grafikprobleme optisch nicht allzu überzeugend. Im Laufe der Mission erhält man ein, zwei stärkere Gegenstände, mehr aber auch nicht. Immerhin gibt es für die kurze Spielzeit relativ viel Erfahrung (mein L46-Commander stieg 2 Level auf), 50 Gamerscore und außerdem zählen die neuen Aufgaben auch für alte Achievements (so erhielt ich z.B. den Erfolg, den Großteil des Spiels mit der menschlichen Soldatin Ashley zu bestreiten).

Auch wenn das Erweiterungspack sehr kurz ist, kann ich es uneingeschränkt empfehlen - Mass Effect ist nicht zuletzt eins der besten Games aus 2007, und wird auch in 2008 nicht schlechter. Für 5 Euro bekommt man sonst oftmals nicht mal eine Kinokarte, und bis auf die vorhersehbare Handlung ist die Qualität das Geld absolut wert. Der Wiederspielwert ist allerdings wie auch schon bei Mass Effect eher gering, ebenso wurde die Chance, kleinere Bugs der Originalversion zu beheben, leider nicht genutzt.

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